Die Mutter von George Jelinek starb 1981 an den Folgen ihrer MS. Gegen Ende ihres Lebens war sie völlig handlungsunfähig und konnte sich nicht mehr selbst ernähren oder versorgen. Als bei George 1999 selbst MS diagnostiziert wurde, war er entschlossen, ein ähnliches Schicksal zu verhindern.
Glücklicherweise gab ihm seine Karriere als Professor für Notfallmedizin und sein Hintergrund als Chefredakteur einer großen medizinischen Fachzeitschrift die Mittel an die Hand, um die medizinische Literatur über MS zu sichten und den vielen Beweisen, die er fand, das richtige Gewicht zu geben.
Was er fand, verblüffte ihn. Die Literatur war voll von Antworten. George wurde klar, dass es mehr als nur eine Möglichkeit ist, nach einer MS-Diagnose gesund zu bleiben.
Er fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass viele Menschen mit MS ein langes, gesundes Leben führen können, relativ frei von den üblichen Problemen, die mit der Krankheit verbunden sind, wenn sie den richtigen Lebensstil ändern.
Seit 1999 hält sich George an die Lebensstil-Empfehlungen, die er aus der medizinischen Fachliteratur zusammengestellt hat und die er später in seinem Buch Überwindung der Multiplen Sklerose ausführlich beschrieben hat. Diese Lebensstil-Empfehlungen werden heute als das Programm zur Überwindung der Multiplen Sklerose (OMS; Overcoming MS) bezeichnet.
George begann, seine Empfehlungen mit anderen MS-Patienten zu teilen, indem er mit Dr. Sandra Neate, Dr. Craig Hassed, Dr. Keryn Taylor, Dr. Sam Gartland und anderen Exerzitien in Melbourne, Canberra, Auckland, Großbritannien, Irland und Österreich veranstaltete.
George ist von weiteren Rückfällen verschont geblieben, so wie viele der Menschen, die das OMS-Programm (Overcoming MS) absolvieren.
Als der Professor für Notfallmedizin George Jelinek im Alter von 45 Jahren mit Multipler Sklerose (MS) diagnostiziert wurde, sagte man ihm, dass die Krankheit progressiv und unheilbar sei. Es gab für ihn gute Gründe, dies zu glauben; er hatte seine Mutter an der Krankheit leiden sehen, bis sie einen Rollstuhl benötigte um sich zu fortzubewegen und sich schließlich das Leben nahm.
Anstatt die Diagnose zu akzeptieren, tauchte Jelinek in die Erforschung des Krankheitsbildes ein. Er wollte zuerst in Erfahrung bringen, was wissenschaftliche Arbeiten über MS erforscht hatten. Zu seinem Erstaunen entdeckte er, dass ein strenges Einhalten von Veränderungen im Lebensstil die Krankheit stoppen und das Fortschreiten sogar umkehren kann.
Siebzehn Jahre später sagt er: Er habe „keine Symptome – Mir geht’s super.“
"Ich bin tatsächlich fitter und gesünder, als ich je zu irgendeiner Zeit in meinem Leben gewesen war“, sagte Jelinek, der regelmäßig läuft und schwimmt.
Zahlreiche Studien haben seitdem Jelineks Programm bestätigt, welches im Detail in seinem Buch ‚Overcoming Multiple Sclerosis: An Evidence Based Guide to Recovery‘ beschrieben wird.
Veränderungen im Lebensstil heilen die ‚unheilbare‘ Krankheit
MS tritt auf, wenn das Immunsystem die Myelinscheide, welche die Nervenzellen umgibt, angreift. Dies verursacht eine Verlangsamung der Nervensignale zwischen dem Gehirn und dem Rest des Körpers. Die Krankheit zeigt sich dann durch eine Vielzahl von neurologischen Symptomen, einschließlich Muskelsteifheit und Krämpfen und den Verlust der Kontrolle über die Körperfunktionen. Obwohl die Krankheit selbst selten tödlich ist, kann es zu Komplikationen führen – wie Infektionen – die tödlich sein können.
Der Arzt, der Jelinek diagnostizierte, wiederholte den konventionellen Wissensstand: Es gibt keine Möglichkeit das Fortschreiten der MS zu verhindern.
"Es war so gewesen: ‚Hör mal, Kumpel, ich habe schreckliche Neuigkeiten. Du hast diese unheilbare, fortschreitende, neurologische Erkrankung bekommen und es gibt nichts, was man dagegen tun kann‘“, erinnerte sich Jelinek.
Aber Jelinek konnte die Worte des Arztes nicht annehmen. Stattdessen begann er, medizinische Forschungsarbeiten zu wälzen, die bis in die 1930er Jahre zurückreichten. Er gründete auch ein internationales Netzwerk von MS-Patienten, das aktuell auf 16.000 Mitglieder gewachsen ist.
Auf der Grundlage seiner Forschungen fügte Jelinek ein Programm mit Veränderungen im Lebensstil zusammen, das durch wissenschaftliche Beweise untermauert ist. Er beschloss, das Programm zuerst bei sich selbst zu testen und es dann den Mitgliedern seiner MS-Gemeinschaft bekannt zu machen.
"Es braucht Jahre, bis die Symptome verschwinden", sagte er. "Es war schrittweise, aber sieben Jahre nach der Diagnose wurde mir klar, ich hatte die Symptome nicht mehr."
"Und wir haben festgestellt: Weder das Alter spielt eine Rolle, noch spielt es eine Rolle, wie behindert Sie schon sind – es ist möglich, die Krankheit in jedem Stadium zu stabilisieren."
Fünf einfache Schritte
Die fünf Komponenten von Jelinek’s Programms sind:
1. Ernährung.
Das Programm fordert von MS-Kranken kein Fleisch mehr zu essen, keine Milchprodukte und alle Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren zu vermeiden. Stattdessen soll eine Ernährung auf pflanzlicher Basis, ergänzt mit Meeresfrüchten und einer extra Gabe an 20-40 ml Omega-3-Fettsäuren pro Tag, praktiziert werden, die Fettsäuren vorzugsweise in Form von Leinsamenöl. Die Zugabe von B-Vitaminen kann bei einigen Patienten auch ratsam sein.
2. Körpertraining.
Die Patienten sollten sicherstellen am Tag 20-30 Minuten zu trainieren, fünf Tage die Woche, vorzugsweise im Freien.
3. Sonnenlicht/Vitamin D.
Hellhäutige Patienten sollten fünf Mal pro Woche 15 Minuten Sonnenbaden (ohne Sonnenschutz); dunkelhäutige Patienten benötigen mehr. Die Patienten sollten auch je nach Bedarf täglich eine Vitamin-D-Ergänzung von 5.000-10.000 IU einnehmen, um den Blutspiegel auf bis zu 150-225nmol/L einzustellen.
4. Meditation.
Die Patienten sollten jeden Tag für 30 Minuten meditieren. Wie alle anderen Komponenten des Plans, sind die Vorteile einer regelmäßigen Meditationspraxis durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt.
5. Medikamente.
Im Gegensatz zu herkömmlichen MS-Behandlungen, spart Jelinek’s Programm Pharmazeutika für einen letzten Ausweg auf. Jelinek warnt Patienten und Ärzte die Vorteile von Medikamenten mit deren Nebenwirkungen abzuwägen und sie nur in schweren Fällen zu verwenden. Für solche Fälle verlangt das Programm jedoch eine sorgfältige Einhaltung der verordneten Medikamente.
Professor Jelinek’s Programm ist auch für nahe Verwandte von MS-Patienten empfehlenswert, die ein erhöhtes genetisches Risiko für eine Entwicklung der Krankheit haben. Die beschriebenen fünf Schritte umzusetzen kann tatsächlich helfen, die Krankheit zu verhindern.
Natürlich kann jeder von diesem Programm profitieren, der seinen gesundheitlichen Zustand verbessern möchte.
Video: Overcoming Multiple Sclerosis – Professor George Jelinek